Winter! Plötzlich ganz viel!

Als Ende dieser Woche die Wetterprognosen kamen mit Wintereinbruch, Extremschnee und so – und das im Münsterland – da dachten wir noch, na ja, so schlimm wird es wohl nicht werden. Wie meistens eigentlich. Immerhin, aufgrund der Schneeprognose habe ich sicherheitshalber am Freitag und Samstag alle Sorten Pferdefutter in beträchtlichen Mengen eingelagert. So viel wie eben ging. Wobei ich dachte, das ist eigentlich ein bisschen übertrieben. Aber besser, etwas zu haben und nicht zu brauchen, als etwas zu brauchen und nicht zu haben.

Da war das Wetter eigentlich ganz leidlich, Temperaturen knapp über Null und in der Luft ein paar einzelne Schneeflöckchen. Abends um 23 Uhr war ich noch mal kurz draußen. Da waren es schon ein paar Flöckchen mehr, aber ich dachte nur: „Das war es jetzt mal wieder, dafür der ganze Unwetteralarm…“

Heute morgen direkt nach dem Aufstehen: 15 cm Neuschnee vor dem Wohnzimmerfenster. Badezimmer und Küche stockfinster, weil es die Lichtschächte zugeschneit hatte. Spaßeshalber steckte ich ein Lineal in den Schnee, zur Schneehöhenmessung.

Und nach dem Frühstück zog ich meine Winterausrüstung an – mehrere Lagen Unterwäsche, kurz, lang, halblang, Fleecepullover, Trekkinghose, Parka, (Kunst-)Pelzmütze, gefütterte Stiefel. Da dachte ich auch erst wieder, das ist übertrieben. Als ich draußen war, dachte ich das nicht mehr.

Die 15 Zentimeter Neuschnee – für das Münsterland schon extrem viel – waren nur die halbe Wahrheit. Erstens schneite es den ganzen Tag weiter und zweitens wehte auch ein scharfer Wind. Und wir hatten schon -5 °C, der Schnee war also schon trocken und leicht und flog ganz schön gut. Bereits am Vormittag hatten sich beträchtliche Schneeverwehungen gebildet, an manchen Stellen schon fast einen Meter hoch.

Ich schippte Wege um unser Haus herum, legte meine Lichtschächte frei und vor allem mein Auto. Immerhin hoffte ich ja, mit dem großen Allrad-Dingens zu meinen Pferden durchzukommen. Die Schneehöhe auf den Straßen war schon beeindruckend, die Nebenstraßen wurden ja nicht geräumt, jedenfalls nicht als erstes. Und auch hier bildeten sich an manchen Straßenecken bereits beeindruckende Schneeverwehungen. Solche Schneehöhen sind irgendwann auch für ein großes Auto ein Problem, einen Schneepflug habe ich nicht vorne dran.

Immerhin war eine Stallkollegin schon bei den Pferden gewesen, wir wussten, die sind auch eingeschneit, aber allen geht es gut. Das war gegen Mittag, da war mein 20-cm-Lineal vor dem Fenster bereits eingeschneit. Ich zog es zur Hälfte raus, 10 cm waren nun wieder zu sehen, alles was nun noch kam, addierte sich auch die bereits existierenden 20 cm drauf.

Nach zwei Stunden Schneebuddelei machte ich eine kleine Mittagspause und warf die schneeverkrusteten Klamotten kurz in den Wäschetrockner. Nach einer knappen Stunde konnte ich sie wieder anziehen. Auf zur nächsten Runde! Ich wollte ja noch zu meinen Pferden.

Inzwischen hatte es weiter geschneit und geweht, also noch mal schippen. Und es waren auch viele Gelmeraner zu Fuß unterwegs, mit Kind und Kegel und Rodelschlitten. Natürlich auf den wenigen, bereits befahrenen Wegen, ganz gemächlich und entspannt und nicht bereit, auch nur einen Schritt zur Seite zu gehen. Dabei konnte ich, als das Auto erst mal fuhr – was es freundlicherweise tat – einfach an manchen Stellen nicht mehr anhalten. Deshalb musste ich sogar ein Kind anhupen, dass sich unbedingt direkt vor meinem langsam heranrollenden Auto in die große Schneewehe schmeißen und einen Schnee-Engel machen musste. Die Eltern schauten mich bitterböse an, als ich vorbei zuckelte, aber ich musste weiter fahren – oder stecken bleiben. Natürlich hätte ich das Kind nicht angefahren, aber dort stehen bleiben hätte bedeutet, wieder schippen zu müssen.

Immerhin hatte ich die Schneeschaufel mit ins Auto genommen und das war gut so. In Gelmer war zu diesem Zeitpunkt noch kein einziger Schneepflug vorbei gekommen und entsprechend sahen die Straßen aus. Außerhalb des Ortes wurde es nicht besser. Da gab es schon ein paar mehr Fahrzeugspuren, aber der Wind pfiff auch noch mehr. Die Spuren waren vielfach schon wieder zugeweht. Teilweise konnte man den Straßenverlauf nur noch anhand der Leitpfosten erahnen. Mein braves Allrad-Auto hatte ganz schön zu ackern, brachte mich aber ganz gut zum Abzweig in das kleine Wäldchen, nachdem noch ein Kilometer Feldweg über völlig freie Fläche kommt und dann unsere Reitanlage. Wenn man denn hinkommt…

Im Wäldchen selbst sah es noch ganz gut aus, an manchen Stellen war sogar blanke Straße zu sehen, vom starken Wind frei geweht. Hinter dem Wäldchen würde es anders aussehen, das war mir schon klar. Am Waldrand kam schon die erste größere Schneeverwehung, durch die mein Auto noch so eben durchkam. Dann noch mal ein kleines trockenes Stück, da hielt ich kurz an und überlegte, ob ich es wirklich riskieren sollte, weiter zu fahren. Ab jetzt würde es nur noch schlimmer werden, wie viel schlimmer, wusste ich jedoch nicht.

Während ich noch so nachdachte, klingelte mein Handy. Meine Stallkollegin war dran: „Komm bloß nicht hierher, hier geht gar nichts mehr!“ Die Einfahrt zur Catwalk-Ranch war inzwischen völlig zugeweht, dort steckte sie jetzt mit ihrem Auto fest. Ein Trecker aus der Nachbarschaft würde sie eventuell befreien, aber die Bauern mit den wirklich großen Maschinen waren alle bereits im Einsatz.

Ich konnte an der Stelle, wo ich gerade stand, noch rückwärts zurück ins Wäldchen fahren – jedoch musste ich an einer Stelle wieder buddeln, weil ich nicht ganz genau die Spur vom Hinweg halten konnte. Aber egal, ich kam raus und konnte umdrehen. Kurz diskutieren wir noch telefonisch, ob ich vielleicht den letzten Kilometer zu Fuß zurücklegen sollte. Aber wozu, machen konnte ich ja doch nichts. Futter hatten meine Pferde genug, ihre Wasserbottiche hatte meine Stallkollegin mittags zum Glück schon aufgefüllt. Mehr hätte ich auch nicht machen können.

Deshalb war es wohl vernünftiger, wieder zurück zu fahren, so lange es noch ging. Auch wenn es mir schwer fiel, so mit den Pferden (fast) schon in Sichtweite. Der Rückweg gelang ganz gut, ein Teil der Strecke war nun auch schon ein erstes Mal geräumt, jedoch leider nicht komplett.

Und die kleine Landwirtschaftsstraße zu Stall wird wohl noch länger warten müssen, denn es schneit leider weiter. Mein Schnee-Lineal zeigt inzwischen 24 cm an… Meine Stallkollegin sitzt nun an der Anlage fest, der Treckereinsatz hat nur kurz geholfen. Sie konnte die Einfahrt hoch fahren und steht jetzt nicht mehr im Weg herum, aber sie kam nicht mehr weg. Für heute Nacht hat sie noch genug Diesel und auch zu Essen und zu Trinken. Aber morgen muss uns was einfallen… UNBEDINGT!


Tag 2 im #Flockdown #Münsterland

Inzwischen hat das Schneechaos einen Namen: #Flockdown 😉 Heute nun die erste Fortsetzung…

Der Montag begann für mich erst mal als ganz „normaler“ Arbeitstag im Homeoffice, jedoch behielt ich mein Handy dabei im Blick. Unsere Stallkollegin saß ja noch immer an der Anlage fest und in der Nacht hatte es weiter geschneit. Die Straßenverhältnisse waren also noch schlechter als gestern. Nach dem Hell-werden dann die erste Nachricht von ihr: es ging ihr gut, aber sie saß weiterhin fest. Die Schneeverwehungen waren noch höher geworden, kein Durchkommen möglich. Gegen Mittag dann die gute Nachricht: sie hatten die Bauern vom Nachbarhof erreicht und man war ihr mit dem großen Trecker zu Hilfe gekommen. Sie war raus, wieder in Gelmer und die Strecke war so leidlich befahrbar. Zumindest mit einem Trecker oder einem großen Allrad-Auto.

Zu dieser Zeit buddelte ich gerade in der Mittagspause mein Auto an der Hauptstraße aus. Dort hatte ich ihn gestern abgestellt, weil bei uns im Wohngebiet nichts mehr ging. Aber dort, wo es nun stand, würden die Räumfahrzeuge es in nächster Zeit völlig zugeschoben haben. Dafür waren unsere Wohngebiets-Straßen wieder leidlich befahrbar. Also befreite ich mein Auto und stellte es wieder nach Hause auf seinen Parkplatz. Ob und wann es sich dort wieder wegbewegt, bleibt erst Mal abzuwarten…

Denn zum Stall würde ich damit weiterhin nicht durchkommen, ich hatte die Strecke von gestern noch in lebhafter Erinnerung. Und es war ja wesentlich mehr Schnee gefallen. Auch wenn da jetzt ein Trecker drüber gefahren war – mein Auto würde das nicht schaffen. Aber wir haben in der Stallgemeinschaft noch jemand mit einem richtig großen Auto, viiiiiiel größer als meiner. Ich glaube, das ist ein Land Rover, muss morgen noch mal fragen. Denn dieses Riesen-Fahrzeug brachte uns dann am Nachmittag endlich zum Stall, zu unseren Pferden.

Die Schneehöhen dort waren wirklich beeindruckend. 20..30 cm waren das nicht, die Schneeverwehungen waren mehr als einen Meter hoch, manche sogar zwei. So viel Schnee hat das Münsterland definitiv noch nie gesehen. Antje schmiss den kleinen Anlagen-Trecker an und begann, die Wege frei zu schippen. Und wir versorgten die Pferde, die sich freuten, uns zu sehen.

Mecko wieherte leise, als ich seine Wiedersehensfreude mit einer kleinen Schippe Kraftfutter bekräftigte. Er und seine Schwester waren in guter Verfassung. Heu war noch genug da. Die Wasserbottiche waren zugefroren, aber es gab noch kleine Trinklöcher. Durst gelitten hatten sie nicht.

In den geschlossenen Boxen war es halt langweilig, also freuten sich beide, als ich ihre Türen zum Auslauf frei gebuddelt und aufgemacht hatte. Birdie war erst total verdutzt. So viel weißes Zeug hatte sie noch nie gesehen. Aber dann stürzte sie sich hinein ins weiße Vergnügen und hüpfte wie ein Flummi herum. Mecko ging viel bedächtiger an den Schnee heran. Er buddelte erst mal darin herum und probierte, wie das schmeckt. Nass und kalt eben… Dann drehte auch er ein paar Runden, schmiss sich sogar hin und wälzte sich im Pulverschnee. Kam mit schneeweißen Gesicht dann wieder zurück in die Box.

Wir buddelten noch ein paar mehr Türen frei, befreiten auch Simon und Frieda aus der Boxen-Haft. Beide freuten sich ebenfalls sehr über ein bisschen mehr Bewegungsfreiheit. Zur gleichen Zeit versorgten die anderen alle Pferde mit frischen Wasser. Fütterten auch die zwei Pferde, deren Besitzerin noch weiter weg wohnte und keine Chance hatte, zu kommen, mit allem, was sie benötigten. Die Pferde können ja nix dafür…

Ich taute auch zwei tiefgefrorene Katzenfutter-Dosen im Wasserkocher auf. Zum Glück hatten wir noch Wasser aus dem zentralen Zulauf, auch wenn die Tränken langst zugefroren waren – bei -7 °C. Die Katzen freuten sich sehr über das angewärmte Nassfutter. Trockenfutter hatten sie genug, aber so ein Döschen oder zwei waren doch was Feines!

Danach bekamen auch meine Ponies wieder frisches Heu. Sie hatten zwar noch was, das schmeckte aber nicht so gut. Das neue war besser. Frische Einstreu gab es auch, obwohl ich nur über die gefrorene Sch… drüber streuen konnte. Zum Misthaufen mit der Schubkarre – das ging noch nicht. Vielleicht in den nächsten Tagen, wenn der Frost zuschlägt. Dann wird der zurzeit unter dem Schnee noch viel zu nasse Misthaufen vielleicht begehbar. Einen Vorteil muss es ja haben, dass es nun auch noch viel kälter werden wird…

Gegen 17 Uhr machten wir uns mit dem großen Auto wieder auf den Heimweg. Fast drei Stunden waren vergangen wie im Flug. Kalt war uns nicht nach der ganze Schufterei. Und allen ging es nun wieder etwas besser, weil wir selber vor Ort gewesen waren und unsere Lieben (Vierbeiner) zu Gesicht bekommen hatten. Es ging ihnen ja gestern auch gut, aber es ist schon schöner, das auch selbst gesehen zu haben.

Die beiden fehlenden Arbeitsstunden holte ich nach dem Abendessen nach. In den nächsten Tagen werde ich sehen, wie sich die Lage weiter entwickelt. Morgen fahre ich nochmal in dem ganz großen Auto mit. Ich habe Sorge, dass mein Auto die Strecke noch nicht schafft. Vielleicht wird ja endlich mal geräumt, auch v. S. der Landkreise Steinfurt und Warendorf. Der Teil den Landstraße, der noch zum Münster gehört, wurde schon geräumt. Doch der Schneepflug machte exakt an der Kreisgrenze kehrt, der Rest der Straße versinkt weiterhin im Tiefschnee.

Vermutlich wird sich die Situation aber trotzdem demnächst stabilisieren. Es wird nicht mehr schneien, dafür wird es bitterkalt. Wahrscheinlich/ mindestens noch zwei Wochen lang. Vielleicht verirren sich dann auch ein bis zwei Schneepflüge in die Außenbezirke der Kreise Steinfurt und Warendorf. Nie hätte ich gedacht, dass es ein solcher Nachteil sein kann, dass unsere Reitanlage direkt im „Drei-Länder-Eck“ liegt. Na ja, ich hätte ja auch nie gedacht, dass es hier mal so viel Schnee geben könnte.

Den brandneuen Hashtag #Flockdown finde ich schon wieder ganz lustig. Der Wunsch nach #Flockerungen gefällt mit noch viel besser. Das Zwischennetz hat ja doch eine Menge Humor 🙂


Tag 3 im # Flockdown #Münsterland

Heute begann der dekorative Teil des #Flockdowns. Der Schneefall hat endlich aufgehört, die Wolken sind weg. Das bedeutet, nachts ist es bitterkalt, aber tags auch wunderschön. Die Sonne scheint, der Schnee glitzert – Zeit für Postkarten-Fotos. Mal sehen, wie viele ich schaffe in den nächsten Tagen…

Ich war wieder am frühen Nachmittag bei den Pferden, die fehlenden Arbeitsstunden sind gerade nachgeholt. Arbeiten kann ich auch abends, wenn es dunkel und kalt ist. Die wärmsten Stunden des Tages konnte ich dadurch gut für die Pferde nutzen. Wir hatten zwar durchgängig Minusgrade, aber in der Nachmittagssonne war es trotzdem sehr angenehm.

Draußen im Dorf normalisierte sich das Leben gerade ein bisschen. Die ersten Straßen waren in der Mittagssonne schon aufgetaut, auch wenn heute Nacht alles wieder zufrieren wird. Das örtliche Tiefbau-Unternehmen war mit großem Gerät im Einsatz, um nicht nur Schnee zu schieben, sondern auch weg zu fahren, raus aufs freie Feld. Dort kann das Zeug in Ruhe abtauen, wenn es mal so weit ist.

Wir fuhren wieder mit dem ganz großen Auto zum Stall, ich traute meinem kleinen Schwarzen die Strecke noch nicht zu. Aber die sah schon wieder viel besser aus als gestern und das lag nicht nur an der Sonne. Es waren schon wieder ein paar Meter mehr geräumt und man musste auch nicht mehr für jeden Gegenverkehr in die nächste Schneewehe fahren. Zumindest auf den etwas größeren Straßen, auf dem letzten Stück zum Stall geht es weiterhin nur einspurig. Gegenverkehr geht nicht. Was aber heute kein Problem war, es kam ja keiner..

Unsere Pferde hatte seit gestern ihre schneebedeckten Ausläufe gut genutzt und erkundet. Mecko war schon mal bis ganz hinten gekommen, Birdie hingegen nicht. Sie hatte sich nicht allzuweit nach draußen bewegt. Na ja, ihre Entscheidung. Sie kann ja, sie muss aber nicht.

Ansonsten waren alle Rösser guter Dinge. Sie freuten sich über ihr Kraftfutter, dann wurde das Wasser aufgefüllt und der Heuvorrat überprüft. Ausmisten ging noch nicht, der Misthaufen ist noch nicht zugänglich. Gestern ging es ums Wege-Bahnen und das Freilegen von Türen. Der Mist muss noch warten. Dadurch war auch reichlich Zeit für herrliche Winter-Fotos. Ach ja, die Katzen bekamen natürlich auch was ab. Denen hatte ich heute Dosenfutter von Zuhause mitgebracht. Das Auftauen im Wasserkocher entfiel also. Dadurch war auch reichlich Zeit für… Ach ja, das sagte ich ja schon.

Auf dem Rückweg durch Gelmer bog ich noch im den kleinen Gelmer-Markt ab für ein paar Einkäufe. Der war stellenweise wie leergefegt: keine Brötchen, kein Brot, keine Bananen und das Salat-Regal war leer. Halbleer auch schon die Tiefkühl-Truhen und -Schränke. Nicht allzu unerwartet, denn bisher hat es noch kein LKW wieder in den Ort geschafft. Es fahren noch keine Busse wieder, es gibt keine Müllabfuhr, keine Paketzustellung, keine Zeitung, keine Post. Wir sind noch ganz schön weit weg von normal! Es wird schon wieder werden, kein Winter dauert ewig…


Tag 4 im # Flockdown #Münsterland

Der heutige Tage war nicht ganz so dekorativ wie der gestrige, denn es war bewölkt. Dadurch war es aber auch nicht ganz so kalt wie vorhergesagt. Auch ganz schön… Die Meteorologen sind sich übrigens einig: für das Münsterland war/ ist das ein Extremwetter, so was kommt nur aller 20 bis 50 Jahre vor. Solche Schneehöhen – 40 bis 50 cm sind es geworden, die Schneeverwehungen nicht mitgerechnet – haben die meisten Wetterstationen hier in der Region zum allerersten Mal gesehen. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, ganz offziell.

Aber so langsam kommen wir wieder raus aus dem Ausnahmezustand. Im Dorf wurde heute weiter Schnee geräumt und auch gleich raus auf den Acker gekarrt. Es ist einfach zu viel, das weiße Zeug passt nirgendwo hin. Viele Straßen sind immer noch weiß und einspurig. Ein paar haben auch schon wieder zwei Spuren, da sind dann aber auch die Radfahrer und Fußgänger unterwegs. Rad- oder Fußwege gibt es noch nicht wieder. Auch noch keine Bushaltestellen und keinen Busverkehr und die Müllabfuhr hat für die komplette Woche abgesagt.

Ich hatte heute Nachmittag frei und probierte mittags erstmal, ob mein Auto noch anspringt. Tat es ganz brav und nach dem Schneefegen und Eiskratzen fuhr es auch. Ok, gefahren wäre es auch vorher, aber ich hätte nichts gesehen. Was nicht so optimal gewesen wäre. Meine erste Fahrt galt mal wieder der Futterbeschaffung. Meine beiden fressen deutlich mehr wegen der Kälte, da wollte ich meinen kleinen Vorrat lieber nicht allzu weit schrumpfen lassen. Und den anschließenden Weg zum Stall schaffte mein Auto auch ganz problemlos. Warum hatte ich gestern noch an meinem „kleinen Schwarzen“ gezweifelt? Das große schwarze Auto meiner Stallkollegin, gegen das meines so winzig aussieht, ist übrigens ein Mercedes G-Klasse, kein Land Rover. Aber meiner schafft es nun auch wieder.

Am Stall war es heute unspektakulär, same procedure as yesterday. Meine Ponies hatten den Tiefschnee weiter umgegraben, nichts Nennenswertes gefunden und drauf gesch… Nun warteten sie draußen auf Futternachschub, obwohl sie noch genug Heu in ihren Boxen hatten. Sie bekamen auch eine ganz ordentliche Portion Kraftfutter, bei dieser Kälte können sie das brauchen, auch wenn ich gerade nicht reite, weil es wirklich zu kalt ist. Denn in den normalen Reitklamotten friere ich zu schnell und werde zu steif. Und wenn ich mehr anziehe, werde ich zu unbeweglich und zu steif. Keine gute Kombination mit einem Mecko, der sich bei Kälte gerne sehr munter warmläuft und -hüpft. Deshalb stelle ich ab gewissen Minusgraden das Reiten einfach ein. Denn wenn Mecko etwas definitiv nicht mag, ist das jemand, der ihm beim Reiten in den Rücken knallt. Das muss ich nicht antun, denn es schadet ihm ja auch.

Genau das erzählte ich auch meiner Nachbarin, die mich mittags ansprach, als ich gerade nach der ersten Fahrt mein Auto von dem angetauten Schnee und Eis befreite. Sie stellte sich das doch gerade soooo romantisch vor, wie ich jetzt mit meinem Pferd draußen durch den Tiefschnee galoppierte. Romantisch ja, aber nicht realistisch. Meiner Meinung nach besteht die Haltung eigener Pferde zu 80 % aus harter Arbeit und erheblichen Kosten und nur zu 20 % aus echter Romantik. Laien sehen das gerne andersrum – 80 % Romantik und nur 20 % Arbeit plus Kosten. Meine Nachbarin nahm diese Klarstellung – bei der ich ziemlich deutlich wurde, weil mich Romatiker nerven (also manchmal) – mit viel Humor. Ich zeigte ihr deshalb die schönen Abendsonne-Bilder von gestern und sie insistierte draufhin: das wären aber deutlich mehr als 20 % Romantik. Das wären mindestens 50 % oder mehr… Recht hat sie, ich mag sie für diesen Hinweis 🙂

Um auf den #Flockdown zurück zu kommen, so werden ich dann wohl erst am Sonntag den nächsten Bericht abgeben. In der Vorhersage für die nächsten Tage sind nächtliche Kälte und tagsüber Sonne. Es wird also ein bisschen tauen und nachts wieder frieren. Ab nächster Woche soll es langsam wieder etwas wärmer werden. Bitte nicht ganz so schnell, das viele weiße Zeug muss ja nicht auf einmal tauen. Aber auch darüber gibt es bestimmt am Sonntag schon wieder mehr Sicherheit…

2 thoughts on “Winter! Plötzlich ganz viel!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s